Lasst uns end-lich leben
Gedichte, Geschichten, Lieder und Texte, die an die Endlichkeit des Leben erinnern
253 Seiten, kartoniert, 22 cm
1. Auflage 2004
Santiago Verlag, Goch
ISBN / Code: 978-3-937212-01-2

15,- €

 
       
Alte und neue Märchen, symbolische Geschichten, Gedichte und Beiträge aus unterschiedlichen Kulturen zusammengestellt für Menschen, die sich mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigen wollen oder müssen.
Die Texte handeln vom Abschied und vom Loslassen, von der Kostbarkeit des Lebens, von der Vergänglichkeit, dem Sterben, vom Geheimnis des Todes und von der heilsamen Kraft des Trauerns, von der Frage nach dem Sinn und der Hoffnung auf ein Jenseits.

„Ich fühle mich immer noch als Schülerin, nicht als Expertin zu den Fragen rund um den Tod. Ich möchte mit diesem Buch nicht eine bestimmte Sichtweise verbreiten, sondern auf vielfältige Weise eine Berührung mit diesen wesentlichen Lebensfragen anregen.
Diese Textsammlung wurde für mich ein unentbehrlicher Begleiter bei der Begegnung mit Sterbenden, bei der Gestaltung von Abschiedsritualen und Hospizseminaren und bei der Trostsuche für Trauernde.
Ich erfahre die Hospizarbeit für mich als Möglichkeit und Aufforderung, dankbarer, bewusster und ehrlicher zu leben.
Die Vergänglichkeit meines Lebens lehrt mich, meine Lebenszeit zu nutzen und voll zu leben, jeden Tag, jeden Augenblick!
Durch die Berührung mit dem Sterben erfahre ich mein Leben immer wieder als ein großes Geschenk.“
Alwine Paessens-Deege


Leseprobe

Vorwort

Seit 10 Jahren engagiere ich mich in der Hospizarbeit. Ich begleite sterbende Menschen und leite Gesprächsgruppen und Seminare zu Hospizthemen.
Dabei geht es mir vor allem darum, Menschen die Möglichkeit zu geben, eigene Erfahrungen mit Sterben und Tod zu reflektieren, sich auf die Begleitung sterbender Menschen vorzubereiten, die Angst zu verlieren, Sterbenden zu begegnen und sich mit der Vergänglichkeit allen Lebens und auch des eigenen Daseins zu beschäftigen.
In all diesen hospizbewegten Jahren sammelte ich Texte, Geschichten, Zitate und Gedichte. Sie handeln vom Abschiednehmen und Loslassen, vom Leben und Sterben, von der Trauer, von der Frage nach dem Sinn und unserer Hoffnung auf ein Leben danach.
Ich erlebte, wie ein passender Text, ein treffendes Gedicht oder eine symbolische Geschichte am Sterbebett, bei einer Beerdigung oder in einem Seminar Menschen berührten oder Trost, Inspiration, Gesprächsimpuls oder Hoffnung geben konnten.
Da die Texte aus unterschiedlichen Literaturbereichen, Kulturen und Religionen kommen, hatte ich immer einen passenden Beitrag für die verschiedenen Situationen und Menschen. Meine Sammlung wurde so zu einem unentbehrlichen Begleiter in meiner Hospizarbeit.
Öfters wurde ich gefragt, ob diese Sammlung zu erwerben ist.
Mein Freund Joachim Duderstadt ermutigte mich, diese Textsammlung zu veröffentlichen und bot mir die Möglichkeit an, sie in seinem Verlag herauszugeben.
Ich danke ihm von ganzem Herzen für seine Unterstützung und ich freue mich, als Herausgeberin dieses Buches einen Beitrag zur Hospizbewegung leisten zu können.
Dieses Buch will Mut machen, sich mit der unabwendbaren Tatsache der Vergänglichkeit jeden Lebens, auch des eigenen, vertraut zu machen. Es richtet sich an jeden Menschen, der bereit ist, sich mit der Endlichkeit des Lebens zu beschäftigen, sowohl an jene, die in der Blüte ihres Lebens stehen, wie auch an die Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind, die trauern und loslassen müssen, und an deren Begleiter.

Die Themen Endlichkeit, Sterben, Tod, Trauer und Trost bestimmen die vier Kapitel des Buches.
Die Botschaft des ersten Kapitels lautet:
– End-lich leben
Lebt das Leben, jeden Tag, als wenn Ihr wüsstet, dass es der letzte wäre oder als ob Ihr eine tödliche Krankheit hättet, weil ihr es dann mit mehr Freude und Leidenschaft, mit Bewusstheit und Dankbarkeit lebt! Das Heute ist alles was wir haben!
Jetzt ist das Leben!
Vergesst nicht, dass das Leben in Wahrheit wundervoll ist, mit allen Herausforderungen und Pflichten, Aufgaben und Krisen. Es ist wunderbar zu leben, ein Mensch zu sein und fähig zu empfinden, zu lieben, zu staunen und zu lernen!
– Sterben ist das Schwierige am Werden
Im zweiten Kapitel geht es um die Begleitung Sterbender, um ihre Bedürfnisse und Wünsche am Ende des Lebens. Was braucht es, um sterbende Menschen mit weniger Angst, Hilflosigkeit und Unsicherheit und mit mehr Liebe, Offenheit und Ehrlichkeit zu begleiten?
– Der Tod – das große Geheimnis
Der Tod, das große Geheimnis, der Lehrmeister, das größte Abenteuer – Dichter und Denker versuchen eine Annäherung und Antwort im dritten Teil.
– Trau Dich zu trauern
Texte, die trauernden Menschen Ermutigung und Hilfe, Trost und Orientierung geben können, schließen das Buch ab.